Einführung
Architekturprinzipien sind grundlegend für die TOGAF-Architekturentwicklungsmethode (ADM). Sie bieten einen grundlegenden Rahmen zur Leitung der Nutzung und Bereitstellung von IT-Ressourcen und -Assets über das gesamte Unternehmen hinweg. Dieser Leitfaden untersucht die zentralen Konzepte, Merkmale und Beispiele von Architekturprinzipien, wie sie im TOGAF-Standard, Version 9.2, festgelegt sind.
Wichtige Konzepte von Architekturprinzipien
Definition und Zweck
Architekturprinzipien definieren die zugrundeliegenden allgemeinen Regeln und Richtlinien für die Nutzung und Bereitstellung aller IT-Ressourcen und -Assets über das gesamte Unternehmen hinweg. Sie spiegeln eine Einigung zwischen verschiedenen Elementen des Unternehmens wider und bilden die Grundlage für zukünftige IT-Entscheidungen. Jedes Prinzip sollte klar mit den Geschäftszielen und den zentralen Architekturtreibern verknüpft sein.
Bestandteile von Architekturprinzipien
Ein standardisierter Ansatz zur Definition von Prinzipien umfasst:
- Name: Soll leicht zu merken sein und die Essenz der Regel widerspiegeln. Vermeiden Sie mehrdeutige Wörter und spezifische Technologiestandards.
- Aussage: Soll die grundlegende Regel präzise und eindeutig vermitteln.
- Begründung: Soll die geschäftlichen Vorteile der Einhaltung des Prinzips unter Verwendung von geschäftssprachlichen Begriffen hervorheben.
- Auswirkungen: Soll die Anforderungen zur Umsetzung des Prinzips hinsichtlich Ressourcen, Kosten und Aktivitäten/Aufgaben hervorheben.
Entwicklung von Architekturprinzipien
Architekturprinzipien werden typischerweise von Enterprise-Architekten gemeinsam mit Schlüsselinteressenten entwickelt und vom Architekturausschuss genehmigt. Sie werden durch unternehmensweite Prinzipien geprägt und müssen klar nachvollziehbar und präzise formuliert sein, um die Entscheidungsfindung zu leiten. Der Entwicklungsprozess wird beeinflusst durch:
- Unternehmensmission und -pläne
- Unternehmensstrategische Initiativen
- Externe Beschränkungen
- Aktuelle Systeme und Technologie
- Entwickelnde Branchentrends
Eigenschaften von Prinzipien
Ein guter Satz von Prinzipien sollte sein:
- Verständlich: Einfach verständlich für alle Personen innerhalb der Organisation.
- Robust: Ermöglichen qualitativ hochwertige Entscheidungen bezüglich Architekturen und Plänen.
- Vollständig: Umfassen jedes wichtige Prinzip, das die Verwaltung von Information und Technologie regelt.
- Konsistent: Erlauben eine ausgewogene Interpretation ohne Widersprüche.
- Stabil: Beständig, aber dennoch in der Lage, Veränderungen zu integrieren.
Anwendung von Architekturprinzipien
Architekturprinzipien dienen dazu, grundlegende Wahrheiten darüber festzuhalten, wie das Unternehmen IT-Ressourcen nutzen und bereitstellen wird. Sie erfüllen mehrere Zwecke:
- Rahmenwerk für Entscheidungsfindung: Bieten ein Rahmenwerk für bewusste Entscheidungen bezüglich Enterprise-Architektur und Projekten.
- Beurteilungskriterien: Leiten Sie die Auswahl von Produkten, Lösungen oder Lösungsarchitekturen an.
- Funktionale Anforderungen: Definieren Sie die funktionalen Anforderungen der Architektur.
- Compliance-Prüfung: Prüfen Sie bestehende Implementierungen und das strategische Portfolio auf Übereinstimmung mit definierten Architekturen.
- Begründung und Implikationen: Geben Sie Anleitung für schwierige Entscheidungen und skizzieren Sie wesentliche Aufgaben, Ressourcen und potenzielle Kosten.
Beispiel-Satz von Architekturprinzipien
Geschäftsprinzipien
- Vorrang der Prinzipien: Diese Prinzipien gelten für alle Organisationen innerhalb des Unternehmens.
- Maximierung des Nutzens für das Unternehmen: Entscheidungen werden getroffen, um den maximalen Nutzen für das Unternehmen insgesamt zu erzielen.
- Informationsmanagement ist die Aufgabe aller: Alle Organisationen beteiligen sich an Entscheidungen im Bereich Informationsmanagement.
- Geschäftsfortführbarkeit: Unternehmensoperationen werden trotz Systemausfällen aufrechterhalten.
- Anwendungen mit allgemeiner Verwendung: Die Entwicklung von Anwendungen, die im gesamten Unternehmen verwendet werden, wird bevorzugt.
- Serviceorientierung: Die Architektur basiert auf einem Dienstentwurf, der realweltbasierte Geschäftstätigkeiten abbildet.
- Einhaltung der Gesetze: Unternehmensinformationsmanagementprozesse entsprechen allen geltenden Gesetzen, Richtlinien und Vorschriften.
- IT-Verantwortung: Die IT-Organisation ist für die Umsetzung von IT-Prozessen und Infrastruktur verantwortlich.
- Schutz des geistigen Eigentums: Das geistige Eigentum des Unternehmens muss geschützt werden.
Datengrundsätze
- Daten sind eine Ressource: Daten sind eine wertvolle Unternehmensressource und werden entsprechend verwaltet.
- Daten werden geteilt: Daten werden über alle Unternehmensfunktionen und Organisationen hinweg geteilt.
- Daten sind zugänglich: Daten sind für Benutzer zugänglich, um ihre Aufgaben zu erfüllen.
- Datentrustee: Jedes Datenfeld hat einen Trustee, der für die Datenqualität verantwortlich ist.
- Gemeinsames Vokabular und Datendefinitionen: Daten werden einheitlich im gesamten Unternehmen definiert.
- Daten-Sicherheit: Daten sind vor unbefugtem Gebrauch und Offenlegung geschützt.
Anwendungsprinzipien
- Technologiefreiheit: Anwendungen sind unabhängig von spezifischen Technologieauswahlen.
- Benutzerfreundlichkeit: Anwendungen sind einfach zu bedienen, wobei die zugrundeliegende Technologie für Benutzer transparent ist.
Technologieprinzipien
- Anforderungsorientierte Änderung: Änderungen an Anwendungen und Technologie werden in Reaktion auf geschäftliche Bedürfnisse vorgenommen.
- Reaktives Änderungsmanagement: Änderungen am Unternehmensinformationsumfeld werden zeitnah umgesetzt.
- Kontrolle der technologischen Vielfalt: Die technologische Vielfalt wird kontrolliert, um Kosten zu minimieren.
- Interoperabilität: Software und Hardware sollten definierten Standards entsprechen, die die Interoperabilität fördern.
Empfooltes TOGAF-ADM-Tool
Visual Paradigm ist eine Software-Suite, die eine breite Palette von Modellierungs- und Diagrammierungsaktivitäten unterstützt, einschließlich solcher, die mit der Unternehmensarchitektur verbunden sind. Sie kann bei der Entwicklung und Verwaltung von Architekturprinzipien auf mehrere Weisen besonders hilfreich sein:
-
Modellierung und Dokumentation: Visual Paradigm bietet Werkzeuge zur Erstellung detaillierter Modelle und Diagramme, die bei der Dokumentation von Architekturprinzipien helfen können. Dazu gehört die Möglichkeit, Architekturdiagramme, Prozessflüsse und andere visuelle Darstellungen zu erstellen, die zeigen, wie Prinzipien innerhalb des Unternehmens angewendet werden.
-
TOGAF-ADM-Unterstützung: Visual Paradigm bietet spezifische Unterstützung für die TOGAF-Architektur-Entwicklungsmethode (ADM). Es umfasst Vorlagen und Werkzeuge, die auf TOGAF-Praktiken abgestimmt sind, wodurch die Entwicklung und Verwaltung von Architekturprinzipien in Übereinstimmung mit TOGAF-Richtlinien erleichtert wird.
-
Zusammenarbeit und Kommunikation: Die Software erleichtert die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten, indem sie eine zentrale Plattform bereitstellt, auf der Architekturprinzipien geteilt, überprüft und genehmigt werden können. Dadurch wird sichergestellt, dass alle betroffenen Parteien während des gesamten Entwicklungsprozesses abgestimmt und informiert sind.
-
Nachvollziehbarkeit und Governance: Visual Paradigm kann dabei helfen, die Nachvollziehbarkeit zwischen Architekturprinzipien und anderen Unternehmensarchitektur-Elementen wie Geschäftszielen, Anforderungen und Umsetzungsplänen herzustellen. Dies unterstützt Governance-Aktivitäten, indem ein klarer Überblick von den Prinzipien zu ihren praktischen Anwendungen bereitgestellt wird.
-
Simulation und Analyse: Das Tool kann verwendet werden, um die Auswirkungen von Architekturprinzipien auf Unternehmenssysteme und -prozesse zu simulieren. Dies kann helfen, potenzielle Probleme oder Konflikte bereits in frühen Phasen des Entwicklungsprozesses zu erkennen, sodass Anpassungen vor der Umsetzung vorgenommen werden können.
-
Anpassungsfähigkeit und Flexibilität: Visual Paradigm ermöglicht die Anpassung von Modellen und Diagrammen an die spezifischen Anforderungen einer Organisation. Diese Flexibilität ist wichtig, um sicherzustellen, dass Architekturprinzipien effektiv kommuniziert und in verschiedenen Bereichen des Unternehmens verstanden werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Visual Paradigm ein wertvolles Werkzeug für die Entwicklung, Dokumentation und Verwaltung von Architekturprinzipien sein kann, insbesondere im Kontext des TOGAF-Rahmens. Seine Funktionen unterstützen den gesamten Lebenszyklus von Architekturprinzipien von der ersten Entwicklung bis hin zur kontinuierlichen Governance und Umsetzung.
Fazit
Architekturprinzipien sind entscheidend, um die Entwicklung und Umsetzung der Unternehmensarchitektur zu leiten. Durch die Einhaltung der Richtlinien und Beispiele, die im TOGAF-Standard bereitgestellt werden, können Organisationen sicherstellen, dass ihre IT-Ressourcen und -Assets effektiv und effizient eingesetzt werden, um Geschäftsziele und Strategien zu unterstützen.










